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17. Januar 2015 6 17 /01 /Januar /2015 07:51
Sortilegia - Arcane Death Ritual (2014)

Nachdem Sortilegia mit zwei Demos überzeugen konnten - einmal mehr (Rehearsal MMXII), einmal nicht ganz so sehr (Pestilent Black Sorcery) - und auch durch ihre für eine relativ junge und so rau agierende Band massive Live-Präsenz von sich reden gemacht haben, dürften die Erwartungen an Arcane Death Ritual bei so manchem ordentlich in die Höhe geschossen sein. Ván Records (und nicht etwa Terratur Possessions) haben sich der Veröffentlichung angenommen und man merkt bereits beim ersten Begutachten der Platte, dass auch hinter dieser Veröffentlichung die übliche Ván`sche Qualitätsarbeit steckt. Schwerer, schlicht weiß gehaltener Karton, sauberer, gestochen scharfer Druck des Covers (übrigens vom großartigen Vatra I Sumpor angefertigt, dessen Arbeiten man sich einmal zu Gemüte führen sollte) und des restlichen Artworks und natürlich eine astreine Soundqualität, was das Vinyl angeht.

Wobei "astreine Soundqualität" im Fall Sortilegie ein verdammt relativer Begriff ist, denn Arcane Death Ritual dürfte ebenso wie seine Vorgänger alleine aufgrund des Klangs für einige unhörbar sein. Ziemlich rau gehalten, laut den knappen Infos auf der Innenseite des Gatefolds wohl per Mehrspurtaperecorder aufgenommen. Muss man nicht mögen. In meinem Fall muss ich aber klar sagen, dass ich diesen komplett verhallten, verwaschenen und bösartigen Klang einfach nur großartig finde und der Meinung bin, dass er einen nicht unwesentlichen Bestandteil zur wirklich bösen, arkanen und zeremoniellen Atmosphäre des Albums beiträgt. Das Duo führt also konsequent den seit dem ersten Demo eingeschlagenen Weg fort.

Für mich waren Sortilegia immer ein wenig der kleine Bruder von Mare: ähnlicher Sound auf den frühen Veröffentlichungen, ähnliche Ästhetik. Außerdem gabs die Band live oft nur im Doppelpack, was in meinem Kopf eine untrennbare Verbindung zwischen dem kanadischen Duo und den Norwegern geschaffen hat, die ich beide in erster Linie als unfassbar gute Livebands erlebt habe, während die Musik auf Tonträger in der richtigen Situation zwar eine unbändige Wirkung entfaltet, in der Regel aber "nur" sehr gut bleibt. So ganz daneben liegt die Parallele auch auf dem neuen Album nicht, auch wenn Mare sich mittlerweile von einem allzu verwaschenen Klang verabschiedet haben.

Kommen wir aber nun endlich mal zur Musik auf Arcane Death Ritual, die ich in erster Linie als atmosphärischen Black Metal charakterisieren würde, der über weite Strecken eine eigene Note mit sich trägt, auch wenn die Musik natürlich nach wie vor den selben Geist atmet, der auch Mare innewohnt. Man hat es also mit phasenweise monotonem, im Großteil von hämmernden Blasts getragenen Black Metal zu tun, dem Koldovstvos schrille Stimme einen durch ihre spärlich eingesetzten, verhallten Vocals eine kalte, hässliche Note gibt, die die großteils eher im Midtempo angesiedelte Musik in noch weitere Ferne zu rücken scheint. Die 5 Songs plus Intro und dem Zwischenspiel Verbum Potentis sind definitiv nichts zum nebenbei Hören, man muss sich auf Arcane Death Ritual einlassen und es in allen Facetten aufnehmen, um es wirklich schätzen zu können.

Die große Schwachstelle ist gleichzeitig ein Vorzug des Albums. Während die Monotonie gelegentlich bestens funktioniert und einen komplett in ihren Bann zieht, hat man bei anderen Hördurchgängen mitunter das Gefühl, das Album sei ein wenig zu lang geraten und arm an Höhepunkten. Aber wie gesagt, das ist nur eine situationsabhängige Beobachtung meinerseits - immerhin braucht wohl jedes Album das passende Setting

Sortilegia - Arcane Death Ritual (2014)
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26. Mai 2014 1 26 /05 /Mai /2014 22:11

http://f0.bcbits.com/img/a4180446375_10.jpgNuclearhammers zweites Album ist einer der letzten Outputs des renommierten NWN!-Labels, bekannt für feinsten Krach der meistens bestialischen Art. Nuclearhammer bilden da eine kleine Ausnahme, die üblichen Ziegen, Kruzifixe und die Leiden Christi auf Moyen-Artworks gibts hier nicht. Ganz so limitiert ist das Roster von Nuclear War Now! natürlich nicht, man denke da nur an die letzten Veröffentlichungen von Wrathprayer oder an das zu Unrecht leicht übergangene Sacriphyx-Debüt "The Western Front", die sich ja konzeptuell auch nicht im Fahrwasser von Blasphemy, Black Witchery und Konsorten bewegen.

Die Kanadier (da scheint es irgendwo ein Nest zu geben, das in dieser Sparte talentierte Musiker geradezu ausspuckt...), die mich mit ihrem ersten Album, im Jahr 2009, nicht großartig begeistern konnten, machen auf ihrem Zweitwerk so ziemlich alles richtig. Nuclearhammer schaffen auf "Serpentine Hermetic Lucifer" etwas Außergewöhnliches: ein heiß brodelndes Gebräu aus bestialischem Black/Death Metal und atmosphärischen Parts, kredenzt in perfekter analoger Produktion. Man hört zu jeder Sekunde, dass Nuclearhammer verdammt viel Zeit in das Album investiert haben.

Das Ganze atmet auf der einen Seite ganz klar den Geist diverser kanadischer Rumpeltruppen, kann auf der anderen Seite aber mit einer einzigartigen Note glänzen. Mir ist zumindest in diesem Bereich bisher keine Band untergekommen, die es schafft, mich in einen derartigen Trance-Zustand zu versetzen. Auf eine gänzlich andere Weise kenne ich dieses Sog unter Anderem bei Darkspace, die eine ähnlich kosmische Reise beim Hörer bewirken können. Während die Schweizer ihr Ziel mit ganz anderen Mitteln erreichen, regiert bei Nuclear Hammer eben über weite Strecken der Knüppel, das allerdings auf eine derart hypnotisierende Weise, das es zunächst mal befremdlich wirkt. Von der ersten Minute an reisst das Album einfach nur mit, dafür ist neben der großartigen Produktion und der sonderbaren Weltraum-Atmosphäre vor Allem das Gespür der Band für grandiose Riffs und gutes Songwriting verantwortlich. Trotz des ganzen Chaos, das "Serpentine Hermetic Lucifer" massenhaft bietet, haben es Nuclearhammer geschafft, dass wirklich jeder Song auf dem Album nach kurzer Zeit im Ohr hängen bleibt. Speziell die zweite Hälfte der Scheibe ist unglaublich stark. Überall werden zur Zeit die letzten Alben von Dead Congregation und Teitanblood mit Lorbeeren überschüttet - völlig zurecht! Allerdings sollte man Nuclearhammer keinesfalls übersehen, wenn in einigen Tagen die Vinyl-Version des Albums erscheint. Ich jedenfalls kann es kaum erwarten, bis "Serpentine Hermetic Lucifer" seine zerstörerischen Runden auf dem heimischen Plattenteller dreht.

 

 

 

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18. Mai 2014 7 18 /05 /Mai /2014 16:53

http://cache1.bigcartel.com/product_images/61788239/Cover_SF_basse_d_f.pngZwar hat man es bei "L'exil" nicht unbedingt mit einer nagelneuen Veröffentlichung zu tun, dafür aber mit einer, die mehr oder weniger übersehen wurde. Warum genau dem so ist, ist mir komplett unbegreiflich, hat doch mit La sale Famine de Valfunde der geniale Kopf hinter Peste Noire hier an den Reglern des Mischpults gesessen und das Album auch über das hauseigene Label veröffentlicht. Um eine ungefähre Ahnung zu bekommen, in welche Richtung das zweite Album der Franzosen geht, spricht Famines Promo-Text Bände:

 

"Think of a tormented soul high on alcohol, half-weirdo half-hobo, scouring round the French countryside to flee from the smell of cities and women. This is Black Metal made in Old France, this is cold and grubby and boggy, this is the kind of music Norwegians pop stars can’t play anymore."

Und damit hat er verdammt Recht, denn Sale Freux, die vorher unter dem Namen Saatkrähe zwischen 2005 und 2010 unzählige Demos veröffentlichten, schaffen genau das, was die abgehalfterten Skandinavier seit Jahren nicht mehr schaffen: eine durch und durch hässliche, lebensfeindliche, kalte und weltabgewandte Atmosphäre, durchaus melancholisch und zum Glück weit entfernt vom lächerlichen Rumgeflenne von Gurkentruppen der Marke Vanhelga. Federführer bei Sale Freux ist ein Kerl namens Dunkel, der sich für einige sehr gute Projekte aus dem französischen Untergrund verantwortlich zeichnet, ist er doch unter anderem bei Drakonhail und Humus aktiv, die beide in den letzten Jahren starke Veröffentlichungen abgeliefert haben. Auch hier scheint der typische Stil des Herren durch, kommt jedoch im Rahmen von Sale Freux zum ersten Mal der Vollendung nahe, denn anders als beim Vorgänger "La Mélancolie des Pennes" gibt es hier ein echtes Schlagzeug zu hören, das den Songs einen wesentlich dynamischeren Charakter verleiht. Auch Peste Noire sind eine Referenz, die sich nicht gänzlich von der Hand weisen lässt. Alleine schon die Stimme des Protagonisten erinnert mehr als einmal an Famine und eine ähnlich melancholisch-mittelalterliche Folterkelleratmosphäre wie auf den ersten Peste Noire-Veröffentlichungen gibt es bisweilen auch hier zu hören. Auch einige frühe polnische Veröffentlichungen kommen mir beim Hören von "L'Exil" immer wieder in den Sinn, besonders Veles. Nichtsdestotrotz haben Sale Freux genügend eigene Ideen, die sie von den "Vorbildern" emanzipieren. Das Cover passt trotz seiner Schlichtheit übrigens gut zur Musik, die irgendwie "ländlich" klingt. Mag auch an der Produktion liegen, die sehr hölzern daherkommt. Allerdings meine ich das keinesfalls negativ, sondern im besten möglichen Sinn. Hölzern, trocken, naturbelassen eben.

Jeder, der die Scheibe bisher übersehen hat und etwas für die genannten Bands übrig hat, sollte dringend ein Ohr riskieren, damit ein großartiges Black Metal-Album nicht gänzlich in der Veröffentlichungsflut verloren geht.

 

http://s8.postimage.org/x6pb2bno5/Dunkel.png

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18. Mai 2014 7 18 /05 /Mai /2014 16:26

http://www.sputnikmusic.com/blog/wp-content/uploads/download1.jpgNach viel zu langer Abstinenz habe ich mich nun doch entschlossen, den Blog fortzuführen. Einerseits, weil es in letzter Zeit nennenswerte Veröffentlichungen regelrecht gehagelt hat, andererseits weil mir das Ganze einfach Spaß macht, unabhängig davon ob jetzt drei oder 120 Leute meine Lobhudeleien verfolgen.

Kommen wir also zur Sache und beginnen den fröhlichen Reigen erneut...

 

Howls of Ebb sind ein amerikanisches Dreiergespann, das vor Kurzem mit "Vigils of the 3rd Eye" sein erstes Lebenszeichen veröffentlicht hat. Das italienische Label I,Voidhanger Records hat sich der Band angenommen und das Album im CD-Format auf den Markt gebracht.

Völlig zu Recht, muss man sagen, denn was Howls of Ebb hier fabriziert haben, ist nur schwer mit Bands vergleichbar, die man sonst aus der Schnittmenge zwischen Black und Death Metal zu hören bekommt. Das gesamte Album macht weniger den Eindruck eines gestrafften, streng durchkomponierten Werks, sondern vielmehr den einer einzigen ausgedehnten Jam-Session, in deren Verlauf sich die drei Protagonisten in einen regelrechten Rausch zwischen fieser Dissonanz, befremdlich klingenden und eher ruhigen Passagen und wüsten Ausbrüchen komplett austoben. Nach einer Weile schälen sich aus dem scheinbaren Chaos aber plötzlich wahrhaft schöne, erhabene Momente, für die es sich lohnt über die anfängliche Befremdung hinwegzusehen.

Die Songs an sich sind derart chaotisch und schrullig, dass es mehr als eine Hand voll Durchläufe braucht um wirklich ganz dahinter zu steigen, was hier eigentlich passiert.

Als Hörer fühlt man sich bisweilen komplett allein gelassen und erdrückt, kurzzeitig dann wieder beinahe liebkost, nur um im nächsten Moment wieder umso rabiater auf die Schnauze zu fallen. Berechenbarkeit kann man Howls of Ebb nun wirklich nicht vorwerfen, viel zu ungeradlinig und kaputt klingen die 9 Lieder. Hin und wieder kam mir bei den ersten Durchläufen das letzte Wulkanaz-Meisterwerk in den Sinn. Howls of Ebb gehen teilweise durchaus ähnlich an ihre Songs heran. Wüste Wechsel, Dissonanz bis an die Schmerzgrenze und eben jene Schrulligkeit, die man nur bei sehr wenigen Bands findet. Bereits von Anfang an hat mich jedoch die Produktion des Album begeistert. Sehr warm, dynamisch und transparent - genau zugeschnitten auf die Bedürfnisse einer Band wie Howls of Ebb.

Lobend erwähnt sei an dieser Stelle auch noch das liebevolle Artwork, das eine perfekte Symbiose mit der Musik eingeht und "Vigils of the 3rd Eye" genau den Rahmen gibt, den das Album gebraucht hat.

Fazit:Sperrig, sonderbar, völlig eigenständig - klare Empfehlung!

 

Zu beziehen ist "Vigils of the 3rd Eye" derzeit nur über die Bandcamp-Seite des Labels:

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10. Februar 2014 1 10 /02 /Februar /2014 17:32

 

Shrine - Demo I

 

 

http://f0.bcbits.com/img/a0728756345_10.jpg

 

 

I.   Serpent Soul

II.  Death Is The Key

III. The Act Of Treason

IV. A Monastery, A Grave...

 

 

To hail the everlasting void follow the link below. Psychedelic Black Metal Attack!

 

Bandcamp

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19. August 2013 1 19 /08 /August /2013 20:27

http://www.metal-hammer.de/incoming/article430675.ece/ALTERNATES/s300/watainhuntcd.jpgHa, endlich ist es soweit! Endlich mal keine Lobhudeleien auf diesen Seiten - wenn es ein Album NICHT verdient hat, derart hochstilisiert und gepriesen zu werden, wie es derzeit geschieht, dann ist es Watains neuester Auswurf.

Fest steht jedenfalls, dass Watain seit dem genialen "Casus Luciferi" (von 2003!) kein wirklich gutes Album mehr veröffentlicht haben. "Sworn To The Dark" hatte seine Momente, "Lawless Darkness" hatte zumindest mit "Waters of Ain" einen nachhaltig beeindruckenden Song. Nun ist besagtes Meisterwerk allerdings schon ganze zehn Jahre her. Zeit also, dass Watain erneut bereits im Vorfeld der Veröffentlichung von "The Wild Hunt" auf große Promotour gehen, jedem x-beliebigen Gossenjournalisten immer und immer wieder die selben ausgelutschten, ach, so tiefgründigen Fragen zu ihrem Glauben etc. beantworten und sich dabei genauso oft wiederholen wie sie auf dem neuen Album aus ihrem eigenen Fundus klauen. Wobei...was heißt schon "Watain gehen auf Promotour"...Blödsinn. Erik Danielsson geht auf Promotour, die restlichen Bandmitglieder sind scheinbar entweder nur dumme Prügelknaben und Marionetten oder einfach mundfaul.

So richtig schlecht ist "The Wild Hunt" natürlich nicht, das muss man fairerweise sagen. Rein handwerklich geht das natürlich einmal mehr klar, keine Frage. Aber es ist halt auch meilenweit davon entfernt, ein gutes Album zu sein. Überhaupt wirken die 12 Songs absolut nicht wie aus einem Guss, man wildert munter in der eigenen Diskographie, im ersten Song "De Profundis" was die Atmosphäre angeht bei den geschätzten Pionieren von Necrovore und beim völlig unverständlicherweise allerorts gelobten "They Rode On" sogar bei Fields of the Nephilim. Gerade letzterer Song ist der größte Müll, den Watain jemals aufgenommen haben, sogar wenn man das unsagbar beschissene GG-Allin-Cover "Fuck Off! We Murder!" dazu zählt. Vertonte Langeweile auf beinahe 9 Minuten ausgedehnt. Aber hey, "Klargesang! Das haben Watain ja noch nie gemacht! Wie innovativ! Und so morbide und dunkel und finster!" Innovativ am Arsch, hier passt einfach hinten und vorne nichts zusammen. Morbide, dunkel, finster? Ist das ein Scherz? Austauschbare Plastikmusik ohne jeden Anspruch und Tiefgang trifft es wohl eher.

Neben "They Rode On" haben Watain noch zwei weitere Totalausfälle auf "The Wild Hunt" gepackt: die Single-Auskopplung "All That May Bleed" und vor allem "The Child Must Die". Beim ersten "Genuss" von zweiterem saß ich zum ersten Mal seit längerer Zeit mit offenem Mund vor der Anlage. Was soll das denn sein? Der Anfang erinnert sogar an den Dudeloverkill, den diverse Pagan-Kapellen zum Leidwesen jedes mit Geschmack ausgestatteten Menschen seit Jahrzehnten betreiben. Ensiferum lässt grüßen, auch ein wenig von den unsagbar beschissenen neueren Dark Tranquillity scheint durch. Ich bin hellauf begeistert! Der Rest der Songs dümpelt zwischen völlig belanglos, unspektakulär und offensichtlicher Selbstkopie herum. Noch wesentlich schlimmer wird es bei "Outlaw". Voodoo-Getrommel, Soulfly-mäßiger "AA-HU! EE-AA"-Indianerblödsinn inklusive...

Kommen wir zum nächsten Manko von "The Wild Hunt". Tore Stjerna ist ein Produzent, der normalerweise äußerst treffsicher seinen Job erledigt und an einigen Alben mitgewirkt hat, die bei mir unumstößlichen Klassikerstatus genießen. Aber was ist denn bitte hier passiert? Wer kam denn auf die großartige Idee, die Snare teilweise so dermaßen laut zu drehen, dass sie Gitarren und Gesang überdeckt? Außerdem kennt man die immer gleichen Effekte langsam, die seit "Sworn to the Dark" immer und immer wieder zum Einsatz kommen. Auch der restliche Sound ist erschreckend flach und zahnlos, passend eigentlich, ist Eriks Gesang mittlerweile doch auch eher handzahm geworden. Wenn man sich da als Vergleich das Monster vor Augen hält, das völlig besessen und mit Schaum vor dem Mund "Casus Luciferi" eingesungen hat...oh je. Erschreckend ist auch, wie stark das Niveau der Texte nachgelassen hat. Plattes der Marke "The Child Must Die" ist einfach nur zum Abgewöhnen und verdirbt einem jeglichen Spaß an dem Album. Vorausgesetzt, man hat nicht grade erst zufällig Varg mit Watain ersetzt, weil die ja viel böser und total Underground sind. Mittlerweile ist das traurigerweise wohl wirklich das Klientel der Schweden. Idioten, die sich auch nicht zu schade sind, auf gigantischen Festivals mit Klobürste und Omas Schürze bewaffnet ihre eigene Beschissenheit zur Schau zu tragen und sich dabei auch noch königlich zu amüsieren - aber das ist ein anderes Thema.

Zurück zu "The Wild Hunt": Wie gesagt, unter dem Strich ist das Album nicht wirklich grottenschlecht. Die Songs passen eben einfach nicht zusammen, es wurde scheinbar zwanghaft versucht, es jedem recht zu machen und auch ja alle möglichen Einflüsse zu verbraten. So klingt man dann halt mal nach Watain, mal nach Bathory, mal einfach nach gar nichts und gelegentlich sogar richtig, richtig schlecht. Ich bin furchtbar enttäuscht und abgesehen vom wie immer grandiosen Artwork und einem einzigen Song ("Holocaust Dawn"), der aber auch nicht wirklich vom Hocker reissen kann, bietet "The Wild Hunt" leider so rein gar nichts. Watain sind für mich mit diesem Album gestorben. Wer 2013 Black Metal hören möchte, greife lieber zu Cultes Des Ghoules, Svartidaudi, One Tail,One Head oder Mare, unterstütze potenzielle Größen wie Panphage oder Sortilegia und ignoriere diese Scheibe. Das musste raus...

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28. Juli 2013 7 28 /07 /Juli /2013 22:33

http://metalarea.org/images/audiocovers/2013_Apr/acov_tid199371.gif"Feretri" ist bereits das dritte Album der Italiener, die sich bereits 1995 unter dem Namen Abysmal Grief formiert haben und es bis heute neben besagten Alben auch auf unzählige Splits und EPs gebracht haben, deren Qualität für meinen Geschmack immer ziemlich stark geschwankt hat. Mal umwerfend gut, mal ziemlich enttäuschend.

Vielleicht gehört das mit "Feretri" ja endgütlig der Vergangenheit an, denn das neue Album der Herrschaften ist richtig, richtig gut geworden. Die Band hat sich seit ihrer Gründung mit Haut und Haar doomigen Klängen verschrieben, allerdings ergänzt um eine sehr eigenständige und plakative Horror-Note, die mich an Denial Of God und vor allem (auch musikalisch) an Death SS erinnert. Es hat schon seinen Sinn, dass das Trio mit Horror Records aus Dänemark einen nicht nur namentlich passenden Partner gefunden hat. Auf "Feretri" gibt es also eher langsame Klänge zu hören, die jedoch über die gesamte Spielzeit nicht langweilig werden. Auch eine gewisse Affinität zur Gothic-/Deathrock-Sparte ist nicht zu verleugnen. Normalerweise bis auf wenige Ausnahmen so gar nicht meine Baustellen, aber die Band vereinnahmt diese Stile so, dass es nach ein paar Minuten kaum mehr auffällt.

Zugegeben, ich musste mich erst in das Album einhören. Während es mir bei den ersten Durchläufen nicht wirklich gefiel, hat mich doch irgendetwas an der Musik immer wieder dazu gebracht, die Platte erneut aufzulegen. Und siehe da...manchmal lohnt es sich eben doch, ein paar Minuten mehr zu investieren. Hat man sich erstmal an die sehr eigenwillige Stimme und die pathetische Intonation des Sängers Labes C. Necrothytus gewöhnt, merkt man schnell, was für ein verdammtes Gesamtkunstwerk "Feretri" eigentlich ist. 

Der Mann predigt, krächzt, singt feierlich und getragen mit gelegentlich http://userserve-ak.last.fm/serve/_/82638375/Abysmal+Grief.jpgleicht zitternder, aber tiefer Stimme - das braucht eben ein wenig Zeit, um sich darauf einzustellen. Auch die Musik selbst benötigt unter Umständen ein paar Anläufe, um wirklich zu zünden, obwohl die Songs nun wirklich nicht gerade ein Höhepunkt in Sachen Komplexität sind. Hier ist  wirklich alles angenehm klassisch gehalten, dennoch klingen Abysmal Grief irgendwie frisch und neu, das Album macht von vorne bis hinten Spaß. Wenn dann noch gelegentlich die Orgel ausgepackt wird oder auch mal eine Violine zum Einsatz kommt, kann man sich ein kleines Grinsen nicht verkneifen. Nicht, weil das ganze nicht gut gemacht und lächerlich wäre, beileibe nicht. Eher das Gegenteil ist der Fall. Ein weiterer großer Pluspunkt neben dem Gesang und der Instrumentierung ist die sehr gute Produktion der Scheibe. Angenehm warm, die Musik lässt auch den gewissen Funken Schmutz nicht vermissen und alles klingt organisch und kantig. Hier passt einfach alles wunderbar zusammen, von der Musik über die Verpackung, und die 45 Minuten, mit denen das Album über die Ziellinie geht, fühlen sich eher wie 15 Minuten an. Klare Empfehlung für Freunde genannter Bands und für Leute, die ihren Doom Metal gerne auch mal etwas unkonventioneller haben.

Gutes Album!

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25. Juli 2013 4 25 /07 /Juli /2013 12:22

http://i104.photobucket.com/albums/m161/NORz_2006/SSL28889_zps7091719b.jpgVor Kurzem fielen mir die drei neuesten Demos des Schweden Fjällbrandt in die Hände. Der Mann ist unter dem Namen Panphage seit 2005 bereits mit 6 Demos vorstellig geworden, wobei ich zugeben muss, die ersten drei Tapes nicht zu kennen.

Auch die drei neuesten Tapes aus den Jahren 2010 und 2011 werden wohl nicht mehr lange erhältlich sein. So langsam sollte sich herumgesprochen haben, dass der unter anderem auch bei Domgård aktive Schwede nicht nur umtriebig ist, sondern von Anfang an auch für hohe Qualität bei Panphage stand.

Jedes der drei Tapes hat es verdient, hier erwähnt zu werden, denn qualitativ stehen sich die Demos in absolut nichts nach.

Panphage bietet kalten, stellenweise hymnischen Black Metal mit einem leichten melodischen Ansatz, der jedoch nicht zu dudelig geraten ist oder das Ganze in die Nähe von mehr oder weniger nervigen Pagan-Bands rückt. Viel auffälliger ist wohl eine gewisse Nähe zu den Eidgenossen von Wulkanaz, Sons of Fenris, Wod oder Skuggeheim, wobei Panphage eine durchaus eigene Note mitbringt und im positiven Sinne wesentlich geradliniger und direkter agiert als so manch eines der Projekte, dass sonst noch unter dem Aetergap-Banner firmiert. Gelegentlich erinnert mich die Musik von Panphage auch an ältere Windir, der größte Einfluss bleibt aber wohl dennoch der alte norwegische Black Metal, was in diesem Fall auch gut so ist. Mit reinem Kopieren hält sich der Mann hinter Panphage zum Glück nicht auf.

http://userserve-ak.last.fm/serve/_/41504649/Panphage+Hrae.jpg

 

Bei melodischem Black Metal kommt normalerweise schnell mal der Verdacht eines gewissen Anbiederns an eine breitere Hörerschaft auf, doch Fjällbrandt hat mit Panphage da ein heißes Eisen im Feuer, denn davon ist nirgends auch nur die kleinste Spur, womit Panphage eines der wenigen Projekte ist, dessen Melodien im Ohr hängen bleiben, dabei jedoch nicht vor Pathos triefen oder einem nach dem dritten Durchlauf bereits auf den Senkel gehen. Schnörkellos, direkt und ehrlich - nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Die Tapes sind zum Glück trotzdem ziemlich rau produziert, hier ist nichts mit Zuckerguss überzogen, ganz im Gegenteil. Die Gitarren klingen kalt und das Schlagzeug erfüllt seinen Job, auch wenn hier im Gegensatz zur Gitarrenarbeit nichts besonders hervorsticht. Fjällbrandt kreischt sich die Seele aus dem Leib, beschwört und dennoch bleiben die Songs durchgehend stringent und schlüssig und es überrascht bereits nach den ersten Durchläufen, wieviel von den einzelnen Liedern am Ende hängen geblieben ist.

Beeindruckend und unerwartet - Panphage gehören zum vielversprechendsten, das ich in der letzten Zeit gehört habe. Wer noch die Chance hat, sich eines oder alle drei Tapes zu sichern, sollte nicht zu lang zögern. Alle drei Tapes sind in meinen Augen etwa gleich gut, da kann man eigentlich nicht daneben greifen. Ich bin gespannt auf mehr aus dem Hause Panphage, ein Album scheint bereits angekündigt zu sein. Gut zu sehen, dass mit Panphage ein Projekt mehr Aufmerksamkeit erhält, das es voll und ganz verdient hat!

 

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24. Juli 2013 3 24 /07 /Juli /2013 19:12

http://i104.photobucket.com/albums/m161/NORz_2006/SSL28887_zps0f081b63.jpgViel wurde über dieses Album gesprochen, von beinahe jedem konnte man nichts als beinahe unglaubwürdige Begeisterungsstürme vernehmen, überall Lobeshymnen und beinahe religiöse Verehrung für die Musik der Polen Cultes Des Ghoules. Und was bleibt davon übrig, wenn man das Album jetzt, Monate nach der Veröffentlichung hört? Ich meinen Augen: das Album ist sogar noch viel mehr gewachsen, als man es auch nur erahnen konnte. "Henbane" ist für mich das beste Black Metal-Album seit Funeral Mists "Salvation", ohne wenn und aber. Aber der Reihe nach...

Hyoscyamus niger, umgangssprachlich auch gern als "Hexenkraut" oder eben "Henbane" bezeichnet ist ein hochgiftiges Nachtschattengewächs mit verheerenden Auswirkungen auf die menschliche Psyche, wird aber wohl von einigen Psychonauten doch gelegentlich gerne als Halluzinogen konsumiert, auch wenn die Auswirkungen furchtbar sein können, von den beinahe als sicher einkalkulierbaren Horrortrips mal abgesehen. Die letale Dosis ist so gering, dass es einem Spiel mit dem Feuer gleicht, sich daran berauschen zu wollen.

Ähnliches gilt für das Album "Henbane". Nach dem auch schon großartigen "Häxan"-Album und der beinahe noch besseren "Spectres over Transylvania"-EP haben Cultes Des Ghoules vor einiger Zeit ihr zweites vollwertiges Album veröffentlicht und damit ein Biest entfesselt, dessen wahre Tragkraft man erst nach Monaten des Hörens ganz begreifen kann, obwohl einen "Henbane" als unvorbereiteten Hörer vom Fleck weg packt und regelrecht aushöhlt. Sofort wird man in diesen komplett irren rituellen Mahlstrom hineingezogen, die messerscharfen Gitarren und der vor allem in der Vinylversion unglaublich (!) faszinierende, trocken pumpende Bass zerfetzen schon einmal jede Illusion, es hier lediglich mit einem weiteren ganz netten Black Metal-Album zu tun zu haben. Mgla hat Cultes Des Ghoules abermals eine absolute (Alb-)Traumproduktion auf den Leib geschneidert, die einfach nicht besser sein könnte. Trocken, dreckig und verdammt extrem, dabei aber trotzdem transparent, druckvoll und mit einer unglaublichen Tiefe gesegnet. 

 

http://www.axestogrind.com/wp-content/uploads/2013/05/Cultes-des-Ghoules-Promo-Photo.jpg

Setzt dann auch noch die Stimme von Mark of the Devil ein, ist es endgültig um den arglosen Hörer geschehen. Wie kann ein Mensch so klingen? Vollkommen geisteskrank. Ein irrer Schamane auf LSD. Bösartig, giftig, besessen, einfach unfassbar. Mir fehlen schlicht die Adjektive, um die Großartigkeit von "Henbane" angemessen an Leute weiter zu geben, die das Album nicht kennen. An dieser Stelle spare ich mir auch eine Song-für-Song-Rezension, das ermüdet nur und interessiert niemanden. Es sei lediglich gesagt, dass allein der Opener "Idylls of the Chosen Damned" jeden versöhnlich stimmen sollte, der sich das Album ungehörterweise zulegt. Allein dieser eine Song bietet so unglaublich viel...vom bissig-brachialen Einstieg an bis zu seinem rituellen Ende inklusive des Einsatzes diverser Trommeln - da stimmt einfach alles. Und trotzdem ist mit diesem Song lange nicht alles gesagt, Cultes Des Ghoules beschreiten im Laufe des Albums immer neue Wege, kein Song klingt auch nur ansatzweise wie der vorherige und trotzdem ist es zu jedem Zeitpunkt absolut klar, wer hier am Werk ist

In meinen Augen ist "Henbane" ein Instantklassiker, das beste Black Metal-Album der letzten Jahre. Wer nun denkt, dass ich maßlos übertreibe, sollte sich dem Album einmal über gute Kopfhörer und in passender Atmosphäre widmen. Angsteinflößend, dabei trotzdem auf eine perverse Art und Weise wunderschön.

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24. Juli 2013 3 24 /07 /Juli /2013 18:55

http://www.metal-archives.com/images/3/7/6/3/376360.jpg?4729Kêres sind mitnichten Neulinge im Black Metal-Underground, liegt ihr erstes Demo doch bereits ganze neun Jahre zurück. "The Wanderer's Path" nun ist die insgesamt sechste Veröffentlichung der obskuren Finnen, deren Personalien bislang ein Geheimnis geblieben sind. Umso besser, so bleibt mehr Raum, um sich voll und ganz auf die Musik zu konzentrieren.

Die ist nämlich von beachtlicher Natur. Das Tape ist mehr durch Zufall in meinen Besitz gekommen, lässt mich seitdem aber nicht mehr los und findet häufig seinen Weg ins Tape-Deck. Wie bereits erwähnt spielen Kêres Black Metal, der durchaus durch seine finnische Prägung auffällt, andererseits aber auch genug eigene Duftmarken mitbringt, um eben kein Abklatsch der größeren finnischen Namen zu sein.

Kêres erschaffen auf "The Wanderer's Path", dem Titel jederzeit verpflichtet, eine sehr eigene Atmosphäre, die sich am ehesten als rau, weltabgewandt und introvertiert bezeichnen lässt. Schwarz-weiße Bilder von toten Landschaften ziehen vor dem inneren Auge vorbei, die Szenerie färbt sich im Laufe der ca. 21 Minuten des Demos immer dunkler, der Hörer wandert als Einsiedler immer weiter in die Ödnis.

Das Ganze wird instrumental kompetent dageboten und der Sound erfüllt seinen Zweck. Leicht verhallt, rau und kalt. Alles in Allem ist die Musik zwar simpel, aber verdammt effektiv. Allein schon der erste Song "Escaping Waters" rechtfertigt den Kauf des Tapes allemal, besticht er doch mit seinen eingängigen, trostlosen Riffs, ergeht sich in Mid-Tempo-Monotonie und wird dabei doch nicht langweilig. Sehr gut! Im Verlauf der beiden anderen Songs "Two Cores Unite" und "Monastic Spirit Torture" ändert sich an der Marschroute nicht viel. Und das ist auch verdammt gut so.

Kêres haben nicht nur mit diesem Tape gezeigt, dass sie in der Lage sind, großartige Songse zu schreiben, die zum einen hängen bleiben und zum anderen eine sehr intensive Stimmung erzeugen können. Keine großen Experimente, keine Zugeständnisse an den mancherort überstrapazierten Zeitgeist...einfach nur guter Black Metal.

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