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17. Januar 2015 6 17 /01 /Januar /2015 07:51
Sortilegia - Arcane Death Ritual (2014)

Nachdem Sortilegia mit zwei Demos überzeugen konnten - einmal mehr (Rehearsal MMXII), einmal nicht ganz so sehr (Pestilent Black Sorcery) - und auch durch ihre für eine relativ junge und so rau agierende Band massive Live-Präsenz von sich reden gemacht haben, dürften die Erwartungen an Arcane Death Ritual bei so manchem ordentlich in die Höhe geschossen sein. Ván Records (und nicht etwa Terratur Possessions) haben sich der Veröffentlichung angenommen und man merkt bereits beim ersten Begutachten der Platte, dass auch hinter dieser Veröffentlichung die übliche Ván`sche Qualitätsarbeit steckt. Schwerer, schlicht weiß gehaltener Karton, sauberer, gestochen scharfer Druck des Covers (übrigens vom großartigen Vatra I Sumpor angefertigt, dessen Arbeiten man sich einmal zu Gemüte führen sollte) und des restlichen Artworks und natürlich eine astreine Soundqualität, was das Vinyl angeht.

Wobei "astreine Soundqualität" im Fall Sortilegie ein verdammt relativer Begriff ist, denn Arcane Death Ritual dürfte ebenso wie seine Vorgänger alleine aufgrund des Klangs für einige unhörbar sein. Ziemlich rau gehalten, laut den knappen Infos auf der Innenseite des Gatefolds wohl per Mehrspurtaperecorder aufgenommen. Muss man nicht mögen. In meinem Fall muss ich aber klar sagen, dass ich diesen komplett verhallten, verwaschenen und bösartigen Klang einfach nur großartig finde und der Meinung bin, dass er einen nicht unwesentlichen Bestandteil zur wirklich bösen, arkanen und zeremoniellen Atmosphäre des Albums beiträgt. Das Duo führt also konsequent den seit dem ersten Demo eingeschlagenen Weg fort.

Für mich waren Sortilegia immer ein wenig der kleine Bruder von Mare: ähnlicher Sound auf den frühen Veröffentlichungen, ähnliche Ästhetik. Außerdem gabs die Band live oft nur im Doppelpack, was in meinem Kopf eine untrennbare Verbindung zwischen dem kanadischen Duo und den Norwegern geschaffen hat, die ich beide in erster Linie als unfassbar gute Livebands erlebt habe, während die Musik auf Tonträger in der richtigen Situation zwar eine unbändige Wirkung entfaltet, in der Regel aber "nur" sehr gut bleibt. So ganz daneben liegt die Parallele auch auf dem neuen Album nicht, auch wenn Mare sich mittlerweile von einem allzu verwaschenen Klang verabschiedet haben.

Kommen wir aber nun endlich mal zur Musik auf Arcane Death Ritual, die ich in erster Linie als atmosphärischen Black Metal charakterisieren würde, der über weite Strecken eine eigene Note mit sich trägt, auch wenn die Musik natürlich nach wie vor den selben Geist atmet, der auch Mare innewohnt. Man hat es also mit phasenweise monotonem, im Großteil von hämmernden Blasts getragenen Black Metal zu tun, dem Koldovstvos schrille Stimme einen durch ihre spärlich eingesetzten, verhallten Vocals eine kalte, hässliche Note gibt, die die großteils eher im Midtempo angesiedelte Musik in noch weitere Ferne zu rücken scheint. Die 5 Songs plus Intro und dem Zwischenspiel Verbum Potentis sind definitiv nichts zum nebenbei Hören, man muss sich auf Arcane Death Ritual einlassen und es in allen Facetten aufnehmen, um es wirklich schätzen zu können.

Die große Schwachstelle ist gleichzeitig ein Vorzug des Albums. Während die Monotonie gelegentlich bestens funktioniert und einen komplett in ihren Bann zieht, hat man bei anderen Hördurchgängen mitunter das Gefühl, das Album sei ein wenig zu lang geraten und arm an Höhepunkten. Aber wie gesagt, das ist nur eine situationsabhängige Beobachtung meinerseits - immerhin braucht wohl jedes Album das passende Setting

Sortilegia - Arcane Death Ritual (2014)

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Published by Entheogen - in Reviews
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